Wann und warum kommen Probleme mit Gelenken vor?
Ab und zu erhalte ich Nachrichten von Besitzern der Scottish-Fold-Katzen, welche an gesundheitlichen Problemen mit Knochen oder Gelenken leiden. Diese Besitzer möchten, dass ich auf meiner Webseite darüber schreibe und dieses Problem „nicht verschweige“.
Deswegen habe ich mich dazu entschlossen, meine Meinung nun zu veröffentlichen.
Wie ich bereits in anderen Artikeln mehrfach erwähnte, ist es äußerst wichtig, die Rasse Scottish Fold nachhaltig richtig zu züchten und keine unüberlegten oder unsicheren Verpaarungen vorzunehmen. Man muss die Stammbäume beider Elterntiere sorgfältig studieren und jede Verpaarung sorgfältig planen, um sicher zu sein, dass keine Komplikationen zu erwarten sind.
Und so sollte man von Anfang an und dann über Generationen weiter vorgehen, damit kräftige und gesunde Tiere zur Welt kommen. Jedes Zuchttier, von welchem problembehaftete Nachkommen geboren werden, MUSS aus der Zucht genommen werden, egal wie schön und vielversprechend sein Aussehen ist und wie viel Zeit und Geld man in seine / ihre Aufzucht und Ausstellungskarriere investiert hat. Auch ich habe das gemacht, egal wie leid mir das auch getan hat! Auf diese Weise habe ich erreicht, dass meine Katzen mittlerweile beneidenswert biegsame und lange Schwänze haben und keine Skelettprobleme aufweisen.
Leider geht bei Weitem nicht jeder Züchter so vor. Vor allen bei Kätzchen „von privat“ (für mich bedeutet dieser Ausdruck nichts anderes als Schwarzzucht!) ist man nie sicher, ob und wann Probleme zu erwarten sind. Denn gerade in den Schwarzzuchten (und das sind Menschen, die sich OHNE Kenntnisse und OHNE Vereinszugehörigkeit mit Vermehrung von – meistens stammbaumlosen - Katzen beschäftigen!) kommt es zu Verpaarungen mit dem erstbesten Kater, ohne Zukunftspläne für die Verbesserung der Rasse und ohne Überlegungen dazu, welche Farben, Eigenschaften oder aber Probleme zu erwarten sind. Es wird einfach verpaart, um Babys zu bekommen. Und meistens wird dabei mit den Katzen gezüchtet die irgendwann ohne Papiere als Liebhabertiere gekauft wurden.
Genau aus solchen Haushalten stammen Katzen, deren Besitzer mir über Probleme mit deren Knochen und Gelenken berichten!!! Meistens kommen auch einige Fotos von diesen „Scottish Fold“-Katzen. Anhand dieser Fotos (und ich habe Hunderte von Schotten in meinem Leben gesehen!) kann ich nur sagen: das sind meistens entweder keine reinrassigen Scottish-Fold-Katzen, oder sie sehen ziemlich „kaputtgezüchtet“ aus und entsprechen nur ansatzweise dem Standard der Rasse. Manchmal geben die Besitzer aber auch selbst zu, dass es sich hierbei um Mischlinge mit anderen Rassen handelt.
Nun ist es doch kein Wunder, dass diese Tiere problembehaftet sind. Man kann doch bei den Nachkommen überhaupt nicht oder nur teilweise nachvollziehen, wie die Vorfahren entstanden sind und was sich hinter diesem einen Kätzchen genetisch verbirgt.
Und da gibt es noch eine Kategorie von Katzen, von denen man mir berichtet. Es handelt sich dabei um ältere Tiere aus alten Zuchtlinien, die möglicherweise noch aus den Verpaarungen Scottish Fold x Scottish Fold oder den ersten Generationen danach stammen. Hier kann man natürlich nichts mehr ändern, was vorbei ist, ist vorbei. Beinahe jede Katzenrasse hat solche Experimentalzüchtungen in deren Geschichte, nur so kann man ja die Probleme erkennen und vermeiden. Wichtig ist, diese Fehlverpaarungen in der Zukunft nicht mehr zu wiederholen und aus der Vergangenheit lernen.
Was ich mit meinem Beitrag sagen möchte ist: halten Sie einfach die Augen und Ohren auf, wenn Sie sich ein Scottish-Fold-Kätzchen holen. Schauen Sie in den Stammbaum, fragen Sie Ihren Züchter zu der Vorgeschichte der Elterntiere, von wo diese stammen und aus welchen Linien sie kommen.
Und lassen Sie einfach die Finger weg von Kätzchen, die aus unbekannten oder „privaten“ Verpaarungen entstanden sind!
Oder beklagen Sie sich nicht, wenn Sie ein besonders günstiges „Schnäppchen“ gefunden haben und nach ein paar Jahren feststellen mussten, dass es sich um ein nicht reinrassiges oder problembehaftetes Kätzchen handelt…
Ich persönlich würde die Zucht von Scottish-Fold nur den Menschen erlauben, die einem Katzenverein zugehören, über Fachkenntnisse verfügen und nur mit zuchttauglichen Tieren züchten (das sind Tiere mit Stammbäumen, die entweder im Verein oder auf Katzenausstellungen vorgestellt und für zuchttauglich befunden wurden).
Schwarzzüchtungen dieser wunderschönen Rasse sollte man grundsätzlich verbieten und die Tiere ohne Stammbäume auf jeden Fall kastrieren! Das würde viele Probleme und Missverständnisse ausräumen und enorm zur Verbesserung der Rasse beitragen.
Und SIE können es unterstützen, indem Sie KEINE Kätzchen von Schwarzzüchtern kaufen und auch selbst Abstand von „Einmal Babys haben lassen“ nehmen, wenn Sie eine weibliche Scottish-Fold-Katze haben. Dann wird es auch diese wenigen Beschwerden nicht mehr geben und die Rasse wird endlich nachhaltig von den Vorurteilen befreit.
Maria Galaburda
Cattery „Vom Zarentiger“





