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Blutgruppen(un)verträglichkeit bei Katzen

Seriöse Züchter kennen die Blutgruppen Ihrer Katzen!

Es gibt zwar noch sehr wenig in der Literatur über die Blutgruppenunverträglichkeit bei Katzen zu lesen, einige Hinweise allerdings schon. Und jeder Züchter hat Kontakt zu seinem Tierarzt, mit dem er über diese, das Leben seiner neu geborenen Kätzchen entscheidende Frage sprechen kann. Es ist sehr wichtig, die Blutgruppen der zur Verpaarung vorgesehenen Katzen zu kennen. Ein Bluttest kostet rund 40 Euro, die man aufbringen muss, um sicher sein zu können, dass der Nachwuchs nicht durch Blutgruppenunverträglichkeit verstirbt.

Bei Katzen gibt es die Blutgruppen A, B und AB, wobei die letztere Blutgruppe AB sehr selten vorkommt. Bei den verschiedenen Rassen ist der Anteil der genannten Blutgruppen sehr unterschiedlich. Während bei der Britisch Kurzhaar die Blutgruppe B zu 35 bis 50% vorkommt, liegt der Prozentsatz bei der Norwegischen Waldkatze für die Blutgruppe B nur bei unter 5%, so dass bei dieser Rasse so gut wie keine Probleme wegen der verschiedenen Blutgruppen auftreten.

Die Blutgruppen der Katzen haben keine Rhesusfaktoren, was die Problematik einfacher erscheinen lässt. Dafür gibt es aber die dominante Blutgruppe A (kann man als beherrschend oder bestimmend bezeichnen), die damit im Test sichtbar ist und die rezessive Blutgruppe B (unterdrückt von der beherrschenden A), die dadurch verdeckt wird. Leider lässt sich das nur mit einem kleinen Ausflug in die Genetik erklären. Die Blutgruppe AB ist nun bei Katzen nicht die Mischung von A und B, sondern eine eigene Kombination.

Bei der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle vereinigen sich die haploiden (einfachen) Chromosomensätze von Vater und Mutter zu dem in jeder Zelle vorliegenden diploiden (doppelten) Chromosomensatz, wobei in jedem Chromosom jedes Gen (kleinste Erbeinheit) mit seinem Partner-Gen vereinigt wird. Auf die Blutgruppen übertragen bedeutet das, wenn der Kater Blutgruppe A hat und die Kätzin auch, haben die Kitten ebenfalls die Blutgruppe A. Das trifft aber nur zu, wenn beide Partner reinerbig (homozygot) Blutgruppe A haben, weil für jede Eigenschaft zwei Gene verantwortlich sind, die des jeweiligen männlichen und weiblichen Tieres.

Beide Partner können allerdings mischerbig (heterozygot) sein. Bei der Reifeteilung, die nur in den Keimzellen stattfindet, wird für die Weitergabe der mütterlichen und väterlichen Erbanlagen der einfache Chromosomensatz "hergestellt". Wenn der Kater mischerbig ist und A/B als Blutgruppe besitzt, die sichtbar als A erscheint, weil A wie oben erklärt dominant ist und B verdeckt, kann bei der Reifeteilung durchaus B weiteregegeben werden. Auch bei der Kätzin könnte das der Fall sein. Entstünde dann B/B, hätte das Kitten Blutgruppe B, obwohl beide Elternteile phänotypisch (Erscheinungsbild) Blutgruppe A aufweisen.

Das habe ich deshalb so umfangreich erläutert, weil die Mutterkatze ihre Jungen durch die eigene Milch töten kann, wenn sie eine andere Blutgruppe hat!! Die Ursache hierfür nennt man Isoerythrolyse. Diese beruht auf den Unterschieden zwischen den Eiweißen an der Oberfläche der roten Blutkörperchen bei den beiden Blutgruppen, die eine Antikörperreaktion auslösen. Wenn das Neugeborene Milch von der Mutter saugt, bekommt es mit der Milch Antikörper gegen die eigenen roten Blutkörperchen, die dadurch zerstört werden.

Katzen mit der Blutgruppe A haben weniger Antikörper gegen die Blutgruppe B. Da Katzen mit der rezessiven Blutgruppe B reinerbig (homozygot) sein müssen, sonst würde nicht die B als Blutgruppe ermittelt werden können, ist diese Verpaarung bezogen auf die Blutgruppenunverträglichkeit absolut sicher. Wenn man Risikoverpaarungen wegen den besonders erwünschten Eigenschaften durchführt, muss man das oder die Neugeborenen mit den entgegengesetzten Blutgruppen 16 bis 24 Stunden selbst füttern. Danach ist die Darmwand der Kitten nicht mehr durchlässig für die Antikörper in der Milch der Mutter. Allerdings ist gerade die Kolostralmilch (erste und gehaltvollste Milch) besonders wichtig für ein Neugeborenes, da sie im Normallfall dem neuen Leben den besten Schutz gegen Krankheiten bietet. Das Für und Wider ist genaustens abzuwägen.

Noch weiter gehende, ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie hier und im Internet unter dem Suchbegriff Blutgruppen bei Katzen.

 

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